Universal aesthetics of lines and colors? Effects of culture, expertise, and habituation

Linien und Farben sind Grundelemente von Gemälden. Ob ein Kunstwerk ruhig, dynamisch, traurig oder
fröhlich wirkt und ob es gefällt, hängt entscheidend vom Zusammenspiel dieser Gestaltungsmittel ab. Wie aber kommt es zu solchen Wirkungen, und warum gefällt ein Bild? Diese Frage beschäftigt KünstlerInnen, KunsthistorikerInnen und Psycholog(Inn)en seit Jahrhunderten – bislang allerdings auf komplementäre Weise. Weitgehend einig sind sich aber Künstler (etwa Kandinsky und Mondrian) und Psycholog(Inn)en darüber, dass Linien und Farben sehr ähnlich empfunden werden.
Das Projekt untersucht, erstmals auf Grundlage einer interdisziplinären Kooperation von KunsthistorikerInnen und Psycholog(Inn)en, die Wirkung und das Gefallen von Linien und Farben – einzeln und in Verbindung miteinander bis hin zu ganzen Gemälden. Wir überprüfen die Annahme einer universellen Empfindung und vermuten, dass der kulturelle Hintergrund (wir vergleichen ÖsterreicherInnen und JapanerInnen) und die Expertise eine wichtige Rolle spielen.
Ziel des Projektes ist die Ästhetik von Linien und Farben besser zu verstehen und damit einen entscheidenden Baustein für eine interdisziplinäre Kognitionswissenschaft der Kunst zu legen.